Das Maisschaufeld Wintersweiler brachte 2026 im Schnitt nur 82 Dezitonnen je Hektar, ähnlich wenig wie zuletzt 2016. Der Maiswurzelbohrer verursachte auf einigen Flächen erstmals Lagerschäden. Das Landratsamt rät in stark befallenen Gebieten, schon nach einem Jahr Mais die Kultur zu wechseln.
Maisanbau 2026: Trockenheit von Ende Mai bis zur Ernte
Der Maisanbau 2026 war durch mehrere Faktoren stark beeinträchtigt. Zum einen wirkte sich die schon Ende Mai einsetzende und bis zur Ernte anhaltende Trockenheit sehr stark auf die Maiserträge aus.
Auf leichten Standorten gab es teilweise Totalausfälle oder die Pflanzen bildeten gar keine Kolben aus. Auch auf besseren Standorten wie dem Maisschaufeld in Wintersweiler waren die Erträge deutlich geringer als in guten Jahren.
Ergebnisse vom Maisschaufeld Wintersweiler
Geerntet wurde das Schaufeld schon früh. Die Kennzahlen im Überblick:
- Erntetermin: 11. September 2026
- Durchschnittlicher Feuchtegehalt: 18,2 Prozent
- Durchschnittsertrag: 82 Dezitonnen je Hektar (dt/ha)
Einen ähnlich schlechten Ertrag gab es nur im Jahr 2016. Selbst im Trockenjahr 2018 war der Ertrag noch deutlich besser.
Die besten Sorten 2026
Beste Sorte war 2026 die DKC 5148 mit 93,1 dt/ha, gefolgt von SY Evident mit 91,9 dt/ha und DKC 5110 mit 90,8 dt/ha. Die Sorte LID4111 C konnte nicht ausgewertet werden.
Wegen der extremen Witterung sind die Ergebnisse insgesamt nicht so aussagekräftig wie in normalen Jahren. Berücksichtigen Sie das bei der Bewertung.

| Sorte | Ertrag in dt/ha |
|---|---|
| DKC 5148 | 93,1 |
| SY Evident | 91,9 |
| DKC 5110 | 90,8 |
| LID4111 C | nicht auswertbar |
| Durchschnitt Schaufeld | 82 |
Maiswurzelbohrerbefall im Kreis Lörrach nimmt zu
Neben der extremen Witterung führte 2026 auch der starke Befall mit dem Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera) zu Problemen.
Entwicklung seit 2009
Die Käferfänge im Kreis Lörrach zeigen den Anstieg der Maiswurzelbohrerpopulation:
- 2009: Beginn des Befalls, in den ersten Jahren sehr gering
- ab 2017: steigende Fangzahlen
- ab 2021: stärkerer Anstieg
- 2023: erste sichtbare Fraßschäden an den Narbenfäden der Kolben
- 2025: erneut deutliche Fraßschäden

2026: Befall stellenweise extrem hoch
2026 war die Gesamtzahl der gefangenen Käfer wieder etwas geringer als 2025. Grund dafür sind vor allem die frühe Abreife und die frühe Ernte. Auf einzelnen Flächen war der Befall jedoch extrem hoch:
- Es wurden teilweise über 10 Käfer pro Pflanze gezählt.
- Die Schadschwelle, ab der mit wirtschaftlichen Schäden zu rechnen ist, liegt bei etwa 1 bis 2 Käfern pro Pflanze.
- Der starke Befall führte zu deutlichen Fraßschäden an den Kolben.
- Zum ersten Mal kam es auf einigen Flächen durch den Fraß der Larven an den Wurzeln auch zu Lagerschäden, also
umgefallenen Pflanzen.

Warum der Fruchtwechsel wirkt
Der Befall und die Schäden waren auf Schlägen mit zweimal Mais hintereinander deutlich stärker als auf Schlägen mit nur einmal Mais.
Dies lässt sich mit dem zweijährigen Entwicklungszyklus des Maiswurzelbohrers erklären:
- Eiablage: Im ersten Jahr fliegt der Maiswurzelbohrer in die Maisflächen und legt seine Eier im Boden ab.
- Larvenentwicklung: Im folgenden Frühjahr schlüpfen die Larven. Sie können sich nur an Maiswurzeln weiterentwickeln.
- Wirkung des Fruchtwechsels: Wenn im zweiten Jahr kein Mais angebaut wird, sondern eine andere Kultur, können sich die Larven im
Boden nicht weiterentwickeln und sterben ab.

Neue Empfehlung zur Fruchtfolge
Die Fruchtfolgeregelung mit maximal zweimal Mais hintereinander hat bis 2025 einen exponentiellen Anstieg der Maiswurzelbohrerpopulation und Schäden am Mais verhindert.
2026 zeigte sich jedoch, dass auf sehr stark befallenen Flächen die bisherige Regelung nicht mehr ausreicht.
Empfehlung: Bauen Sie in Gebieten mit starkem Maiswurzelbohrerbefall nur noch einmal Mais an und wechseln Sie danach die Kultur. Dazu zählt zum Beispiel der Raum Schliengen, Kandern und Efringen-Kirchen.
Landratsamt Lörrach, Winkler