Information vom 10. Juni 2026 zur Maiszünslerbekämpfung
Der Maiszünsler ist nach wie vor der wichtigste Schädling im Maisanbau. Die Schadschwelle, ab der ein Befall bekämpfungswürdig ist, liegt bei ca. 30 % und wurde in den letzten Jahren im Markgräflerland in der Regel überschritten. Eine Bekämpfung ist daher in diesem Gebiet auf jeden Fall zu empfehlen. In langjährigen Versuchen des Fachbereichs Landwirtschaft & Naturschutz haben sich deutliche Mehrerträge bei einer Maiszünslerbekämpfung im Vergleich ohne Bekämpfung ergeben.
Im südlichen Rheintal hat sich schon seit ca. 20 Jahren eine Maiszünslerunterart etabliert, die während eines Jahres zwei Generationen ausbildet (sog. bivoltiner Maiszünsler). Dieser bivoltine Maiszünsler muss früher bekämpft werden wie der Maiszünsler mit nur einer Generation (univoltiner Maiszünsler). Bei der Maiszünslerbekämpfung sollte daher klar sein, ob man sich im univoltinen oder bivoltinen Gebiet befindet, da nur dann eine gezielte und wirkungsvolle Bekämpfung möglich ist. Falls für Ihren Betrieb die Abgrenzung nicht ganz klar ist, helfen wir Ihnen gerne.
Während im bivoltinen Gebiet (das von Norden kommend ungefähr an der Kreisgrenze zu Lörrach endet) der Maiszünslerflug schon Anfang Mai begonnen hat und bereits zwei Trichogrammausbringungen durchgeführt wurden (20. 05. und 03.06.), hat im südlichen Markgräflerland von Schliengen bis Weil am Rhein der Maiszünslerflug erst in der letzten Woche begonnen. Die erste Trichogrammausbringung im univoltinen Gebiet ist für den 16. Juni vorgesehen. Der Landhandel und die Dienstleister mit Kopterausbringung werden direkt über den Termin informiert und können dann zeitnah die Trichogramma ausbringen.
Der zweite Ausbringungstermin ist dann ca. 10 Tage später und wird ebenfalls rechtzeitig bekanntgegeben.
Erfreulicherweise ist der Einsatz von Insektiziden im Mais im Kreis Lörrach in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken und inzwischen werden im Mais so gut wie keine Insektizide mehr eingesetzt. Dies ist ein wirkungsvoller Beitrag zur Reduzierung von chemischen Pflanzenschutzmitteln. Das biologische Trichogrammaverfahren wird jedes Jahr in amtlichen
Versuchen auf seine Wirksamkeit getestet und ist mit durchschnittlich 70 % bei mittleren Befällen ausreichend wirksam.
Winkler, LRA Lörrach, Fachbereich Landwirtschaft & Naturschutz