Warndienst Pflanzenschutz für den Landkreis Lörrach

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Neben der extremen Witterung führte auch der starke Maiswurzelbohrerbefall in diesem Jahr zu Problemen. 

Die Grafik zeigt den Anstieg der Maiswurzelbohrerpoulation im Kreis Lörrach. Der Befall begann 2009 und blieb in den ersten Jahren noch sehr gering. Ab dem Jahr 2017 stiegen dann die Zahlen und ab 2021 erfolgte ein stärkerer Anstieg, der im Jahr 2023 zu ersten sichtbaren Fraßschäden an den Narbenfäden der Kolben führte. Auch 2025 waren deutliche Fraßschäden sichtbar.2026 war zwar die Gesamtzahl der gefangenen Käfer sogar wieder etwas geringer als 2025, dies ist aber vor allem auf die frühe Abreife und frühe Ernte zurückzuführen.

Auf einzelnen Flächen war der Befall dagegen extrem hoch, es wurden teilweise über 10 Käfer pro Pflanze gezählt. Die Schadschwelle liegt bei ca. 1 -2 Käfern pro Pflanze. Der starke Befall führte zu deutlichen Fraßschäden an den Kolben und zum ersten Mal auf einigen Flächen durch den Fraß der Larven an den Wurzeln auch zu Lagerschäden.

 

Starker Maiswurzelbohrerbefall in einem Maisschlag in Schliengen. Die Käfer konzentrieren sich am Kolben und fressen die Narbenfäden

Bild: Winkler



Es zeigte sich, dass der Befall und auch die Schäden auf Schlägen mit zweimal Mais hintereinander deutlich stärker waren als bei Schlägen mit nur einmal Mais. Dies lässt sich einfach mit dem zweijährigen Entwicklungszyklus des Maiswurzelbohrers erklären. Im ersten Jahr fliegt der Maiswurzelbohrer in die Maisflächen und legt seine Eier im Boden ab. Im kommenden Frühjahr schlüpfen dann die Larven und können sich nur an Maiswurzeln weiterentwickeln. 

                                           

Wenn im zweiten Jahr kein Mais angebaut wird, sondern eine andere Kultur, können sich die Larven im Boden nicht weiterentwickeln und sterben ab. 



Durch die Fruchtfolgeregelung mit maximal zweimal Mais hintereinander konnte in den zurückliegenden Jahren ein exponentieller Anstieg der Maiswurzelbohrer-population und auch das Entstehen von Schäden am Mais verhindert werden. In diesem Jahr zeigte sich, dass auf sehr stark befallenen Flächen die bisherige Regelung nicht mehr ausreicht und schon nach einem Jahr gewechselt werden sollte. Daraus folgt die Empfehlung, in Gebieten mit starkem Maiswurzelbohrerbefall wie im Raum Schliengen, Kandern und Efringen-Kirchen, nur noch einmal Mais anzubauen und dann zu wechseln.

 

LRA Lörrach, Winkler, 22.09.2026